Dienstag, 17. Juni 2014

USA Trip VII - San Francisco



San Francisco



Inzwischen ist es Weihnachten,  am 23.12 erreichen wir abends unser über Airbnb gebuchtes Zimmer und wollen mal wieder einfach nur noch schlafen.
Airbnb ist eine Seite, wo Personen ihre freien Zimmer an Gäste/Urlauber vermieten. Die Buchung kann von einer Nacht bis zum Dauergast für Monate gehen. In San Francisco und New York haben wir das gemacht, weil in San Francisco teilweise die Hotels horrende Parkgebühren verlangen (alternativ gäbe es hier noch die Motels, die wir aber gemieden haben) und in New York die Hotelpreise sowieso jenseits von Gut und Böse liegen – vor allem wenn man über Neujahr die Stadt besucht.
Unterwegs gabs traditionell mal wieder Fast Food – viel Alternative zum Burger hat man ja auch nicht: Pizza, Chinesisch oder Subway sind die Ausweichmöglichkeiten.

Für San Francisco hatten wir 3 Tage eingeplant – Heiligabend und die zwei Weihnachtsfeiertage, wobei in den USA nur der erste Weihnachtsfeiertag so wirklich frei ist. Aber dann sind auch fast alle Geschäfte und Sehenswürdigkeiten geschlossen. 

Tag #1 - Heiligabend

Gefängnisinstel Alcatraz


Am Heiligabend ging es gleich morgens los – zur berühmten Gefängsnisinsel Alcatraz. Wir hatten die erste Fähre (empfehlenswert) und sind nach dem Boarding zügig in das Gefängnisgebäude gelaufen, um auch hier weit vorne zu sein. Somit gehört man zu den ersten und hat beim Rundgang kaum Besucher vor sich.






Im Gebäude angekommen erhält man dann einen Kopfhörer und ein Empfangsgerät in der gewünschten Sprache. Die Sprecher führen die Besucher anschließend durch das Gefängnis – 

„Du warst eine Nummer, du hattest keinen Namen. Ich war nicht Jim Quillen. Verdammt, ich war Nummer 586 und niemand wollte das.“


Unterwegs kommen ehemalige Gefängnisinsassen – zum Beispiel Jim Quillen – zu Wort, genauso wie ehemalige Wärter und beteiligte Personen. Und die nehmen einen richtig mit ins Geschehen – Fluchtversuche genauso wie das tägliche Leben werden vorgestellt und das in einer sehr authentischen Art und Weise. Die umgerechnet 30€ haben sich auf jeden Fall gelohnt – und ich würde jedem empfehlen, der San Francisco besucht Alcatraz auch zu besuchen. Tickets gibt’s hier:  Klick - die Boote verlassen den Hafen am Pier 33, das nur unweit vom berühtem Pier 39 liegt, unserem nächsten Ziel.
 Für mich das Highlight in San Francisco.


 



 
 
 







Außerdem hat von Alcatraz einen hervorragenden Blick auf die Stadt, die immer so ein bisschen im Nebel liegt. Oder in den Wolken - und im Regen.





 Pier 39

Das Pier 39 ist gesäumt von Shops und Restaurants. Voll wars, viele versuchten wohl noch ein Weihnachtsgeschenk sich zu besorgen. Das Highlight sind sicherlich die Seerobben, die angrenzend auf den dafür gebauten schwimmenden Anlegestellen sich sonnen oder auch im Falle der Männchen ihre Revierkämpfe austragen. 
Außerdem wurden Geschenke für die Eltern und Verwandten zu Hause gekauft und für unsere Gastgeber. Stichwort
#LastMinuteWeihnachtsEinkäufe
 
Die Anlegestellen wurden nötig nachdem die Fischer kaum noch zu ihren Booten kamen – die Stege waren voll mit Seelöwen.


Immer wieder fällt der Blick auf Alcatraz
Seitdem ziehen die Seelöwen und Shops jährlich zahlreiche Besucher an und nur unweit vom Pier 39 ist auch das nächste Highlight, Fishermans Dwarf. Hier säumen Zahlreiche Restaurants die Straßen, die früher die Seeleute versorgten. Dort gibt es natürlich auch zahlreiche Restaurants, die frischen Fisch servieren – eine besondere Spezalität ist der Clam Chowder Bowl – eine Muschelsuppe wird serviert in einem Brot –sehr zu empfehlen.

(c) The Sisters Cafe


Straßenbahn defekt.

 Lombard Street

Auch die nächste Attraktion ist nicht weit – die Lombard Street.  Die Lombard Street gehört zu den steilsten Straßen der Welt. Weil die Straße für manche Fußgänger und Autos zu steil war, wurde sie umgebaut und verläuft jetzt einspurig serpentinenartig nach unten – nicht weiter erwähnen muss ich, dass die Lombard Street zu den Tourismuspunkten von SF gehört. Wir sind sowohl rauf und runter gelaufen als auch 2 Tage später durchgefahren.


Auf dem Weg nach oben

Lisa vor der Lombard Street























San Francisco hat unglaublich viel Flair, durch die hügelige Bauweise und auch die Leute, die in ganz Californien sehr sympathisch waren. Da wird man beim Subway schon mal mit „Hey Honey“ begrüßt. Ungewohnt, aber auch irgendwie schön.

Tag 2 - 1. Weihnachtsfeiertag

Twin Peaks

Am ersten Weihnachtsfeiertag war erwartungsgemäß viel geschlossen und für uns nicht zu machen. Der erste Programmpunkt war deshalb: Ausschlafen. Die langen Fahrten, und Touren steckten uns immer noch in den Knochen. 
Dann entschieden wir uns für die Twin Peaks – die zwei größten, nennen wir es Hügel, ich möchte sie nicht Berge nennen, in San Francisco. Von dort aus hat man einen großartigen Überblick über die Stadt und das umliegende Meer.
Man kann direkt bis oben hinfahren oder man macht es wie wir und stellt das Auto weiter unten ab. Die deutschen Wanderer mal wieder. 
Klick um zu vergrößern:

Ausblick von den Twin Peaks

 Painted Ladies

Auf besonderen Wunsch von Lisa ging es danach zu den Painted Ladies. Es sind 5 fast identische Häuser nebeneinander, die in verschiedenen Farben gestrichen sind.  Und durch die Hanglege sind sie Höhenmäßig noch etwas versetzt. Berühmt wurden sie unter anderem, da sie im Vorspann der Serie "Full House" zu sehen waren. Mit den Olsen-Zwillingen. Glaub ich.
Für mich war das jetzt nicht so überragend, aber Lisa hats gefallen. Und es war nur ein kurzer Abstecher und ist auch gut mit dem Auto zu erreichen.

San Franciscanisches Flair. Immer und immer wieder.

Golden Gate Park

Die nächste Station war der Golden Gate Park. Die größte Grünfläche in San Francisco. Die Golden Gate Bridge ist von dort aber nicht zu erkennen. Unter anderem gibt es dort einen Japanischen Garten – der kostet aber Eintritt. Wir haben uns dann für die Gratis-Variante entschieden: Der Botanische Garten nebenan ist sehr entspannt, wenn auch natürlich dann nicht so gut gepflegt. Wir haben uns ein bisschen in die Sonne gesetzt und den Tag genossen.
Übrigens: den Sonnenuntergang lässt sich dort schon am Meer anschauen. Dort hat es auch zahlreiche Caffees.

China Town

Eingang zu China Town
 Die letzte Station an den äußerst kurzen Tagen war China Town, das mir persönlich besser gefallen hat als das China Town in New York City. Ein bisschen mussten wir schon suchen - das einzige mal, dass mein Offline-Navi mich wirklich verlassen hat, aber dann wurden wir von dieser anderen Welt komplett verschluckt. Denn das einzige, was noch an die USA erinnert, ist die Bauweise der Häuser. Sonst hört man plötzlich nur noch Chinesisch, liest Chinesische Zeichen, wobei darunter auch immer noch die Englische Bezeichnung steht und kauft in Chinesischen ein.



Abends stand dann ein Weihnachtsessen mit unseren  Hosts an. Lecker und sehr angenehme Unterhaltung mit zwei Künstlern, die sich in San Francisco niedergelassen haben. Außerdem sind wir in eine Gospelkirche – vor der eigentlichen Weihnachtsmesse gab es ein einstündiges Gospelkonzert.Noch ein bisschen mehr vom Wipe und Flair dieser Stadt mitbekommen.

San Francisco Flair #3

Tag 3 

Golden Gate Bridge


Am letzten Tag stand das Wahrzeichen an, die Golden Gate Bridge. Sie hat Style, gehört einfach zur Stadt dazu und natürlich muss man auch mal drüber gefahren sein. In eine Richtung fallen Gebühren an, die kann man aber zum Beispiel durch Anmeldung auf der Homepage bezahlen. Was passiert wenn man mit dem Mietwagen ohne Anmeldung darüber fährt, weiß ich nicht. Vermutlich aber nichts. 

Hängebrücke. Berühmt und so.
 Wenn man nach der Golden Gate Bridge, SF verlassend, rechts abbiegt und die Straße kreuzt, kann man auf der Küstenstraße verschiedene, vor allem kostenlose Parkplätze und Aussichtspunkte ansteuern.

Trotz Sonnenbrille. War kalt - brrr.

Muirwoods
















Nach der Golden Gate Bridge entschieden wir uns zu den Muirwoods zu fahren, einen Statepark mit super seltenen Bäumen. Und krass überschätzt. Nach dem Yosemite NP war das nicht mehr ein ordinärer Spaziergang im Wald – die Bäume sind zwar hoch, aber weitem nicht so spektakulär, wie die riesigen Mammutbäume. Zusätzlich war auch viel los, der „Spaziergang“ vom Auto zum Eingang war länger als der eigentliche Spaziergang im State Park. Viele nutzen den Tag für einen Familienausflug ins Grüne. Die Zeit des alleine unterwegs sein war mit dem Beginn der Weihnachtszeit endgültig vorbei.

Abends waren wir dann nochmal Essen im Fischerviertel bevor wir uns am nächsten Tag nach Los Angeles über den Highway One aufmachten.
Patrick Fährt die Lombard Street - SO EXITED :)

Fazit

San Francisco gehört zu meinen Lieblingsstädten – Flair, Leute, Bauweise – hier hatte ich das erste – und einzige - mal das Gefühl zu früh eine Stadt verlassen zu müssen. Zugegeben, wir hatten auch echt Glück mit dem Wetter. Jeden Tag Sonne mit 17-19°C. Im Winter. In San Francisco. Verrückt.

Dienstag, 3. Juni 2014

USA Trip VI - Yosemite National Park



Yosemite National Park


Nach der Nacht in Bakersfield – so richtig wohlgefühlt haben wir uns dort nicht – und dem letzten Teil der Etappe erreichen wir morgens unser Hotel in Oakhurst. Oakhurst liegt am südlichen Eingang des Yosemite National Parks und wir lassen uns für eine Nacht im Best Western dort in, das sehr schön uhrig eingerichtet und gut ausgetattet ist.

Nach einem kurzen Stop beim Supermarkt fahren wir rauf in den Nationalpark – 2 Tage sind hier eingeplant, den ersten verbringen wir bei den gigantischen Sequodias. (Klicken für größere Fotos)


Sequodias sind zu deutsch Riesenmammutbäume – der höchste existierende ist über 90 Meter hoch und teilweise über 2000 Jahre alt (!). Weiterhin sind die Sequodias Feuerfest - mehr noch, sie profitieren sogar durch Waldbrände, da danach bessere Wachstumsbedingungen für die Jungbäume herrschen und die Zapfen durch Hitzeeinwirkung von den Bäumen fallen. Die Bäume sind durch den Klimawandel gefährdet, in ihrer natürlichen Umgebung bestehen sie nur noch in den Bergen Californiens. Unser Ziel, der Mariposa Groove, beheimatet circa 200 der Bäume.  

Am Parkplatz angekommen gibt es einige wenige Bäume – um zu den größeren Beständen zu kommen, muss man circa eine Stunde wandern. Wir waren etwas mehr als 4 Stunden unterwegs, haben aber dafür auch alles gesehen. Viel mehr Zeit benötigt man auch nicht für die Mammutbäume.
 













 Der Spaziergang war sehr entspannend - auch hier hatten wir wieder Glück und wir waren nach verlassen des Parkplatzes fast durchgängig alleine unterwegs.
Die Außmaße kommen vielleicht nicht so ganz rüber, deshalb hier mal: Patrick vs Sequodia.
Groß
Auch ganz süß ist das Faithfull Couple - "das sich treue Paar" - 2 Bäume, die zusammengewachsen sind.

 Die Entscheidung nicht zum weiter südlich gelegenen Sequodia National Park, wo es noch mehr davon gibt, gefahren zu sein, und stattdessen direkt in den Yosemite zu fahren, war genau richtig. Denn mehr als anschauen kann man die Bäume dann auch nicht - und ein Tag wäre zu viel gewesen. So hatten wir an diesem Tag kein Stress und konnten uns schon früh wieder Richtung Hotel begeben. Der Tag Grand Canyon und 8 Stunden Fahrt hatte doch Spuren hinterlassen.









 Am nächsten Morgen stand die zweite Etappe des National Parks an: Das Yosemite Valley.


 Es ist der berühmteste Teil des Nationalparks und für viele der rund 3,8 Millionen Besucher jedes Jahr ist das Tal der Zielort. Berühmt geworen ist dieser nur sehr kleine Bereich im Gegensatz zum riesigen Nationlalpark durch die hohen Felsklippen und damit verbundenen Kletter-Herausforderungen. Sie gelten als die schwierigsten der Welt. Schon beim Einfahren in das Tal zeigt sich das imposante Tal (Bild oben). Der Parkplatz dort gehört zu den beliebtesten Fotospots.

 Das Tal selbst ist touristisch ausgebaut - nebem dem Besuchszentrum gibt es mehrere Camps und die Straßen sind zweispurig ausgebaut. Ich möchte nicht wissen, was hier im Sommer los ist. Auch für uns war es, im Gegensatz zu den anderen Tagen, fast schon ungewohnt, unter Leuten zu sein.

Im Tal verkehren Shuttlebusse, um einen zu den Einstiegen für die Wanderwege zu bringen oder zu den Camps. Unser Plan sah eine kleine Wanderung vor - der intressanteste Trail liegt aber im Winter ganztags im Schatten und so entschieden wir uns für einen Trail in Richtung "The Captain", einer der markanten Felsspitzen. Natürlich habe ich immer Ausschau nach einem Bären gehalten - konnte aber keinen Entdecken. Winterschlafenszeit.

Bergauf gehts Serpentinenartig.Und zieht sich

Dafür hat man dann plötzlich einen schönen Ausblick aufs Tal

Zum gleichen Lächeln konnt ich mich nicht durchringen . Es war kalt und trotzdem warm durch das elendige Bergauf.
 Der Trail ist nicht sonderlich spektakulär - ich denke aber, dass es weiter oben durchaus schöne Blicke auf das Tal bietet. Wir sind dann am Aussichtspunkt umgedreht - wollten unten noch ein bisschen Wandern und hatten am gleichen Tag ja wieder Strecke nach San Francisco im Plan.

Links oben "The Captain"

 Die markante Halbkuppel im Tal ist der Half-Dome. Im Sommer kann man da hochwandern, der letzte Teil ist mit Seilen und Eisenstangen in den Fels gesteckt. Seit einigen Jahren benötigt man dafür eine Permission - man sollte sich darum frühzeitig kümmern.


Nach unserem Abstieg sind wir noch etwas in der Talsohle unterwegs gewesen, bevor uns der Shuttlebus zurück zum Jeep gebracht hat. Der kleine Fluss, der sich hier durch zieht ist sehr idyllisch.
Immerhin konnten wir noch ein wildes Tier sehen - zumindest fast ein Bär.




Das Yosemite Valley gehört wie der Grand Canyon und das Death Valley zu den Plätzen, die ich auf jeden Fall nochmal besuchen möchte - und zwar nicht im Winter. Eine Wildnis-Wanderung hier würde mir sicher sehr gut gefallen.

Auch hier war die Zeit wieder beschränkt und ich hätte gerne mehr gemacht - trotzdem hat sich die riesige Strecke auch hier gelohnt.
Die Fahrt nach San Francisco anschließend betrug 4 Stunden - ein Tagesausflug ist zumindest nicht ganz einfach umzusetzen, für 2 Tage lohnt sich der Nationalpark aber in jedem Fall!

Im Sommer gibt es auch noch die Möglichkeit den Glacier Point zu besuchen, der ebenfalls tolle Ausblicke auf das Tal bietet.